ORALCHIRURGIE

 Als Teilgebiet der Zahnmedizin befasst sich die Oralchirurgie mit Eingriffen im Mundraum wie beispielsweise der Implantatsetzung, Knochenaugmentation, Zahnentfernung und chirurgischen Zahnfleischbehandlung. Der Fachzahnarzt für Oralchirurgie ist eine vierjährige Weiterbildung für Zahnärzte nach abgeschlossenem Zahnmedizinstudium, die unter anderem auch zwei Pflichtjahre in einem Klinikum vorsieht. Dr. med. dent. Borwin Wolter trat nach erfolgreich abgeschlossenem Studium den Weg zur Weiterbildung zum Oralchirurgen an und absolvierte diese im Klinikum Konstanz unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. med. dent. Frank Palm.

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Zahnentfernung

Aufgrund großer Zahndefekte durch Karies, Parodontitis oder auch ein Zahntrauma kann es notwendig sein, einen Zahn zu entfernen. Dies betrifft sowohl Milchzähne als auch die bleibenden Zähne. In einem ausführlichen Aufklärungsgespräch beantworten wir all Ihre Fragen rund um das Thema Zahnentfernung sowie Zahnersatz und vereinbaren dann im Anschluss einen Termin für die Behandlung.

Am Behandlungstermin wird zunächst die Schleimhaut oberflächlich anästhesiert, um die darauffolgende Lokalanästhesie zur kompletten Schmerzausschaltung durchzuführen. Somit wird die Behandlung für Sie schmerzfrei. Mit speziellen Instrumenten trennen wir den Zahn schließlich so schonend wie möglich aus dem Kiefer heraus. Wir achten dabei sehr auf den Erhalt der Knochensubstanz, denn diese ist wichtig, wenn Sie sich für einen festsitzenden Zahnersatz – wie ein Implantat – entscheiden.

Weisheitszahnentfernung

Als Weisheitszähne werden die letzten Zähne der Zahnreihe im Ober- und Unterkiefer bezeichnet, welche oft noch unter der Schleimhaut liegen und gar nicht zu sehen sind. Da der menschliche Körper in den meisten Fällen keinen Platz für die Weisheitszähne hat bzw. der Unter- und Oberkiefer schlichtweg zu klein ist, müssen diese Zähne häufig chirurgisch entfernt werden, um spätere Komplikationen wie Entzündungen, Schädigungen der Nachbarzähne, ein Verschieben der Zahnreihe oder eine Störung der Bisslage (Okklusion) zu vermeiden. Ein gutes Alter zur Entfernung der Weisheitszähne ist ab etwa 15 Jahren, da hier die Wurzeln schon teils ausgebildet sind, jedoch der Zahn noch nicht so fest im Kieferknochen verankert ist wie bei Erwachsenen.

Auch bei dieser Behandlung beginnen wir, wie vor jedem chirurgischen Eingriff, mit einem separaten Termin und der ausführlichen Besprechung des Eingriffs. Sie haben in unserer Praxis die Möglichkeit, die Weisheitszähne unter Lokalanästhesie entfernen zu lassen, aber auch in einer kleinen Narkose, wenn Sie nichts mitbekommen möchten. Bei einer Lokalanästhesie verspüren Sie keine Schmerzen, jedoch ist ein gewisser Druck im Bereich des Kiefers bemerkbar. Entscheiden Sie sich für eine Narkose, versetzt Sie ein Anästhesist in einen leichten Schlaf/Dämmerschlaf, wir entfernen die Weisheitszähne und nach der kurzen Aufwachphase können Sie bereits ca. eine halbe Stunde später in Begleitung die Praxis verlassen.

Durch eine genaue Erklärung zur Einnahme der Schmerzmittel (Analgetika) haben Sie nach dem Eingriff keine großen Schmerzen zu befürchten.

Chirurgische Wurzelbehandlung

Unter der chirurgischen Wurzelbehandlung, auch Wurzelspitzenresektion genannt, versteht man einen chirurgischen Eingriff, in welchem nach einer Wurzelkanalbehandlung eine Abtrennung der entzündeten Wurzelspitze im Kieferknochen sowie der Entfernung des entzündeten Gewebes erfolgt. Auch wenn die vorhergegangene Wurzelkanalbehandlung sorgfältig durchgeführt wurde, kann es passieren, dass hartnäckige Bakterien im Zahninneren verblieben sind und erneut zu Problemen führen. Kann ein Zahn durch große entzündliche Prozesse um die Wurzelspitze oder durch eine Zyste nicht mehr mittels einer Wurzelkanalbehandlung gerettet werden, so ist eine Wurzelspitzenresektion erforderlich.

Diese Behandlung ist für Sie dank hochwirksamer Betäubungsmittel schmerzfrei und Sie müssen nicht mit Schwellungen rechnen.

Chirurgische Zahnfleischbehandlung

a) offene Zahntaschenbehandlung (offene PA-Therapie)

Die chirurgische Zahnfleischbehandlung wird angewandt, wenn eine geschlossene Zahnfleischtaschenbehandlung (geschlossene Parodontitis-Therapie) keinen Erfolg zeigt bzw. die Zahnfleischtaschen weiterhin so stark entzündlich befallen sind, dass eine Besserung nur mittels chirurgischer Behandlung zu erwarten ist. Unter Lokalanästhesie befreien wir das entzündete Gewebe mithilfe von Ultraschall und mehrmaligen desinfizierenden Spülungen an den befallenen Stellen von den für die Entzündung verantwortlichen Bakterien.

b) Zahnfleischtransplantation/Bindegewebstransplantate

Eine Zahnfleischtransplantation kann aufgrund fehlender, stabiler Schleimhaut um ein Implantat herum notwendig sein oder die stabile Schleimhaut (keratinisierte Mukosa) muss vor der Implantation verbreitert werden. Hierbei entnehmen wir feste keratinisierte Schleimhaut vom Gaumen und transplantieren diese an die zu behandelnde Stelle. Durch aufwendige Nahttechniken und eine Lappenplastik heilt das Gewebe hier gut ein. Die Entnahmestelle wird mittels einer Verbandsplatte abgedeckt. Nach ca. 1-2 Wochen hat sich hier das Zahnfleisch regeneriert und die ursprüngliche Form ist wiederhergestellt.

Eine weitere, oft angewandte Therapie stellt das sogenannte Bindegewebstransplantat dar. Dieses wird ebenfalls am Gaumen entnommen und außen unter die vorhandene Schleimhaut gelegt, welche den Zahn oder das Implantat umgibt. Ziel dieser Therapie ist es, die verlorengegangene Zahnfleischsubstanz durch regenerative Techniken wiederherzustellen und ein ästhetisch ansprechendes und funktionell gesundes Zahnfleisch (Mukosa) für Sie zu erhalten.

Zysten-Entfernung

Unter einer Zyste versteht man einen mit Flüssigkeit gefüllten Hohlraum im Kieferknochen. Zysten im Kieferbereich entstehen zu 80% durch entzündliche Prozesse zerstörter Zähne. Sie können jedoch auch durch Reste von Zellen der Zahnentwicklung entstehen. In beiden Fällen sind dies lokal wachsende und gutartige Wucherungen, die jedoch aufgrund ihres raschen Wachstums entfernt werden müssen.

Nach einem ausführlichen Aufklärungsgespräch mit unserem Fachzahnarzt für Oralchirurgie vereinbaren wir einen Operationstermin zur Entfernung der Zyste (Zystektomie) mit einer Lokalanästhesie oder, wenn Sie wünschen, auch unter einer Narkose. Nach 7-10 Tagen werden die Nähte entfernt und das Ergebnis kontrolliert.

Unfallchirurgie

Leider erleiden Patienten oftmals durch Stürze oder Sportverletzungen wie einen Ellbogenschlag ins Gesicht ernsthafte Verletzungen im Kiefer- und Gesichtsbereich.

Dies kann von einer Zahnfraktur über die Lockerung von Zähnen, großen Platzwunden des Zahnfleisches und der Lippen bis zu einer Fraktur des Kieferknochens reichen. Unsere Fachärzte sind entsprechend ausgebildet, um Ihnen in diesen Fällen schnell und kompetent helfen zu können. Nach Abklärung des Unfallhergangs, der klinischen Untersuchung und dem Erstellen notwendiger Röntgenbilder beginnen wir mit der entsprechenden Behandlung. Bei einfachen, kleinen Frakturen der Zahnkrone kann der Zahn mit einer Kunststofffüllung wieder entsprechend aufgebaut werden. Es ist auch möglich, das fehlende Stück mittels adhäsiver Befestigung „anzukleben“. Bei schwerwiegenderen Verletzungen der Zähne, wie einer Lockerung (Luxation) oder dem Verlust des Zahnes (Avulsion), werden diese wieder in die ursprüngliche Position replantiert und mittels einer Drahtbogenschiene befestigt und ruhiggestellt. Das Wiederanwachsen der Zähne ist somit sehr gut möglich. Um das vollständige Anwachsen des Zahnes zu gewährleisten, gilt es, den Zahn so schnell wie möglich in einer sogenannten „Dentosafe-Box“ aufzubewahren. Ist eine solche Box nicht vorhanden, empfehlen wir eine Lagerung des Zahnes während des Transports in H-Milch oder eingespeichelt in Ihrer Mundhöhle.

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